Roter Lkw mit Kran und Mulde.

Metall- und Abfalltransporte: Was Auftraggeber wissen müssen

Ein fachlicher Austausch mit Peter P. Stöcker, Geschäftsleitung der Karl Michels GmbH & Co. KG

Metall- und Abfalltransporte stellen höhere Anforderungen als viele Auftraggeber vermuten. Welche Fahrzeuge kommen zum Einsatz? Was darf transportiert werden und was nicht? Und welche Pflichten trägt der Auftraggeber selbst? Peter P. Stöcker, Geschäftsleitung der Karl Michels GmbH & Co. KG, gibt Antworten.

Inhaltsverzeichnis

Was genau versteht man unter Metall- und Abfalltransporten?

Peter P. Stöcker: Metall- und Abfalltransporte umfassen Transporte von Metallen, Schrotten und Abfallfraktionen, die aus industriellen Prozessen, dem Rückbau oder der Entsorgung stammen. Das ist klassisches Schüttgut: voluminös, schwer, in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Mal haben wir es mit sauberem Stahlschrott zu tun, mal mit Stahlspänen mit Emulsionsresten, mal mit Schlämmen aus metallverarbeitenden Betrieben. Jeder Auftrag ist ein bisschen anders.

Was viele nicht wissen: Diese Transporte sind nicht automatisch einfach. Die Anforderungen an Fahrzeug, Fahrer und Genehmigung hängen stark davon ab, was genau transportiert wird. Und da liegt oft die erste Überraschung für Auftraggeber.

Welche Metalle und Schrotte transportiert Michels?

Peter P. Stöcker: Wir befördern sämtliche Metalle und Schrotte, das ist bewusst breit formuliert. Konkret bedeutet das:

  • Stahlschrott und Eisenschrott in allen gängigen Fraktionen
  • Nichteisenmetalle wie Aluminium und Kupfer
  • Stahlspäne — auch mit Restanhaftungen von Emulsion oder Kühlmittel
  • Schlämme aus metallverarbeitenden Betrieben
  • Bio-Abfälle und weitere Abfallfraktionen
  • Gefährliche Abfälle — innerdeutsch und grenzüberschreitend

Der entscheidende Punkt: Unsere Stahlkippauflieger sind flüssigkeitsdicht konstruiert. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Nur dadurch können wir auch Schlämme, Späne mit Emulsionsresten oder andere feuchte Fraktionen sicher und rechtskonform transportieren.

Welche Fahrzeuge werden eingesetzt?

Peter P. Stöcker: Für Metall- und Abfalltransporte setzen wir moderne Stahlkippauflieger ein. Die haben ein Nutzvolumen von bis zu 55 m³ — das ist wichtig, weil Schrott oft sehr voluminös ist. Gerade bei leichten, sperrigen Fraktionen braucht man das Volumen, um gewichtsmäßig überhaupt eine volle Ladung zu erreichen.

Alle unsere Kippsattelauflieger sind mit Rollplanen ausgerüstet. Das schützt nässeempfindliche Güter während des Transports vor Feuchtigkeit.

Für Gefahrguttransporte sind die Fahrzeuge entsprechend ausgestattet und erfüllen alle gesetzlichen Anforderungen. Den vollständigen Überblick über alle Fahrzeugtypen und Transportlösungen bietet die Logistiklösungen-Übersicht.

Was müssen Auftraggeber bei der Beauftragung wissen?

Peter P. Stöcker: Das ist eine Frage, die ich sehr gerne beantworte — weil hier in der Praxis viele Fehler passieren, die vermeidbar wären.

Erstens: Die Einstufung des Materials liegt beim Auftraggeber. Wer Abfälle oder Schrotte transportieren lässt, muss wissen, was er hat. Ist das Material als gefährlicher Abfall eingestuft? Enthält es Restanhaftungen, die eine besondere Behandlung erfordern? Diese Einschätzung ist Aufgabe des Auftraggebers — nicht des Spediteurs. Wir können beraten, aber die Verantwortung für die korrekte Deklaration liegt beim Absender.

Zweitens: Nicht jede Spedition darf alles transportieren. Für den Transport gefährlicher Abfälle ist eine Beförderungserlaubnis gemäß § 54 KrWG erforderlich — oder eine Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb gemäß § 56 KrWG, die diese Erlaubnis inkludiert. Wer das nicht prüft und einen nicht qualifizierten Dienstleister beauftragt, trägt selbst ein erhebliches Haftungsrisiko. Das ist kein Randthema — das ist Compliance. Unsere Zertifizierungen sind öffentlich einsehbar.

Drittens: Grenzüberschreitende Transporte erfordern zusätzliche Genehmigungen. Abfallerzeuger, die Schrott oder Abfälle ins Ausland transportieren lassen, benötigen in der Regel eine Notifizierung nach der EU-Abfallverbringungsverordnung (Verordnung (EU) 2024/1157, in Kraft seit 21. Mai 2026). Das ist ein behördliches Verfahren, das von der Beantragung bis zur Ausführung etwas Zeit benötigt und korrekt durchgeführt werden muss. Wir sind DIWASS registriert und in der Lage, im Rahmen des Notifizierungsverfahrens digital mitzuwirken.

Wann wird ein Transport zum gefährlichen Abfalltransport?

Peter P. Stöcker: Das ist eine der häufigsten Fragen, die wir von Auftraggebern bekommen — und die Antwort ist: Es kommt auf das Material an. Nicht jeder Schrott ist gefährlicher Abfall. Sauberer Stahlschrott ohne Anhaftungen ist in der Regel kein gefährlicher Abfall. Aber sobald Restanhaftungen von Ölen, Emulsionen, Lösungsmitteln oder anderen Stoffen ins Spiel kommen, kann sich das ändern. Auch bestimmte Verbrennungsaschen oder Schlämme können als gefährliche Abfälle eingestuft sein.

Auch Gefahrguttransporte sind mit unseren Fahrzeugen durchführbar. Die Fahrzeuge sind entsprechend ausgerüstet und die Fahrer können eine ADR-Schulung nachweisen. Auch hier muss der Verlader sicherstellen, dass das Gefahrgut richtig klassifiziert ist. Wer das nicht sicherstellt, riskiert Bußgelder — und im Schadensfall erhebliche Haftungsfolgen.

Vergleichbare Anforderungen gelten übrigens auch bei Silotransporten gefährlicher Stoffe — mehr dazu in unserem Fachbeitrag „Was ist ein Silotransport?".

Was unterscheidet einen zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb von anderen Speditionen?

Peter P. Stöcker: Die Karl Michels GmbH & Co. KG ist zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb gemäß § 56 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). Das bedeutet: Wir sind behördlich anerkannt und berechtigt, sämtliche nicht gefährliche Abfälle und gefährliche Abfälle aus dem Europäischen Abfallkatalog zu transportieren — sowohl innerhalb Deutschlands als auch grenzüberschreitend.

Was das für Auftraggeber bedeutet: Sie können sicher sein, dass der Transport rechtskonform abgewickelt wird. Keine Graubereiche, keine Haftungsrisiken durch einen nicht zertifizierten Dienstleister.

Diese Zertifizierung ist nicht selbstverständlich. Sie erfordert regelmäßige Überprüfungen, geschultes Fachpersonal und eine entsprechende Fahrzeugausstattung. Für uns ist sie seit 2005 fester Bestandteil unseres Leistungsangebots. Alle aktuellen Nachweise sind unter Zertifizierungen abrufbar.

Warum ist Michels der richtige Partner für Metall- und Abfalltransporte?

Peter P. Stöcker: Wir machen das seit Jahrzehnten. Metall- und Abfalltransporte sind ein klassischer Bestandteil unseres Fuhrparks — neben Silotransporten, Kipphängern und Walking-Floor-Aufliegern. Wir kennen die Anforderungen, wir kennen die Güter, und wir kennen die rechtlichen Rahmenbedingungen.

Was uns auszeichnet:

  • Moderne Stahlkippauflieger mit bis zu 55 m³ Nutzvolumen
  • Flüssigkeitsdichte Konstruktion für Schlämme, Späne mit Emulsionsresten und feuchte Fraktionen
  • Rollplanen zum Schutz nässeempfindlicher Güter
  • Gefahrgutausstattung für alle relevanten Transportklassen
  • Zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb gemäß § 56 KrWG — national und international
  • Nationale und internationale Transportgenehmigungen

Unser Standort in Meudt im Westerwald liegt verkehrsgünstig zwischen Köln und Frankfurt, mit direkter Anbindung an die A3 und indirekten Anbindungen an A5, A48 und A61. Das ermöglicht schnelle Reaktionszeiten und effiziente Routenplanung für innerdeutsche Transporte. Für eine direkte Anfrage steht das Team unter Anfrage stellen zur Verfügung.

FAQ: Häufige Fragen zu Metall- und Abfalltransporten

Was sind Metall- und Abfalltransporte?

Metall- und Abfalltransporte sind Transporte von Metallen, Schrotten und Abfallfraktionen, die aus industriellen Prozessen, dem Rückbau oder der Entsorgung stammen. Sie zählen zum klassischen Schüttguttransport und erfordern je nach Material spezifische Fahrzeuge und Genehmigungen. Mehr dazu auf der Leistungsseite Metall- und Abfalltransporte.

Welche Metalle können transportiert werden?

Transportiert werden können sämtliche Metalle und Schrotte: Stahlschrott, Eisenschrott, Nichteisenmetalle wie Aluminium und Kupfer, Stahlspäne, Schlämme sowie gefährliche Abfälle mit metallischen Anteilen. Die Karl Michels GmbH & Co. KG verfügt über flüssigkeitsdichte Stahlkippauflieger, die auch feuchte Fraktionen und Späne mit Emulsionsresten aufnehmen können.

Wer ist für die korrekte Einstufung des Materials verantwortlich?

Die Einstufung des Transportguts — insbesondere die Frage, ob es sich um gefährliche Abfälle handelt — liegt in der Verantwortung des Auftraggebers. Der Spediteur kann beraten, aber die Deklarationspflicht liegt beim Absender.

Darf jede Spedition gefährliche Abfälle transportieren?

Nein. Für den Transport gefährlicher Abfälle ist eine Beförderungserlaubnis gemäß § 54 KrWG oder eine Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb gemäß § 56 KrWG erforderlich. Die Karl Michels GmbH & Co. KG verfügt über diese Zertifizierung und ist berechtigt, sämtliche Abfälle aus dem Europäischen Abfallkatalog zu transportieren — national und international. Alle Nachweise: Zertifizierungen.

Was ist bei grenzüberschreitenden Schrotttransporten zu beachten?

Grenzüberschreitende Transporte von Abfällen unterliegen der EU-Abfallverbringungsverordnung (Verordnung (EU) 2024/1157, in Kraft seit 21. Mai 2026). Je nach Abfallart und Zielland kann eine behördliche Notifizierung erforderlich sein. Die Karl Michels GmbH & Co. KG verfügt über internationale Transportgenehmigungen und berät Auftraggeber bei der korrekten Abwicklung.

Welche Fahrzeuge werden für Metall- und Abfalltransporte eingesetzt?

Eingesetzt werden moderne Stahlkippauflieger mit einem Nutzvolumen von bis zu 55 m³. Die Fahrzeuge sind flüssigkeitsdicht konstruiert, mit Rollplanen ausgerüstet und für Gefahrguttransporte ausgestattet. Den vollständigen Fuhrpark zeigt die Logistiklösungen-Übersicht.

Bietet Michels auch innerdeutsche Metalltransporte an?

Ja. Innerdeutsche Metall- und Abfalltransporte — in unterschiedlicher Ausprägung und für verschiedene Fraktionen — sind ein klassischer Bestandteil des Leistungsangebots der Karl Michels GmbH & Co. KG. Jetzt Anfrage stellen.

Über den Interviewpartner

Peter P. Stöcker ist Mitglied der Geschäftsleitung der Karl Michels GmbH & Co. KG in Meudt im Westerwald. Das Unternehmen wurde 1937 gegründet und befindet sich heute in der vierten Generation. Mit einem Fuhrpark von über 100 Fahrzeugen und mehr als 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erbringt Michels europaweite Logistikdienstleistungen — spezialisiert auf SilotransporteMetall- und AbfalltransporteLagerlogistik und Big-Bag-Abfüllung.

Pour toutes questions, l’équipe de 
Karl Michels GmbH & Co. KG est à votre disposition.

Peter P. Stöcker - Geschäftsleitung, Vertrieb - Spedition Michels
Peter P. Stöcker
Direction commerciale
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